Was der Mond besser kann als viele Banken.
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Deutschlands Banker und Fondsmanager sollten am 15. Juni nach Sonnenuntergang unbedingt einen Blick Richtung Himmel riskieren. Denn dort passiert etwas, das in ihrem Gewerbe eher selten vorkommt: Nach dem Verschwinden taucht später etwas ohne Verlust wieder auf. Mutter Natur hat für diese Nacht nämlich eine totale Mondfinsternis organisiert. Das funktioniert so: Ein kleiner Himmelskörper gerät in den Schatten eines größeren Planeten, in unserem Fall der Erde, und wird deshalb für ein paar Stunden von der gigantischen Sonne nicht mehr beleuchtet. Die Astronomen, die den Umgang mit riesigen Objekten und noch größeren Zahlen gewohnt sind, geben Entwarnung: Bis zur Morgendämmerung ist der Vollmond zurück.
Mit astronomischen Summen hantieren auch aktiv gemanagte Investmentfonds. Deren Manager sollen kleines Geld in großen Töpfen sammeln, es anständig verwalten, später stattliche Summen erzielen UND diese wieder auszahlen. Aber klammheimlich landet bei gemanagten Fonds ein Milliardenvermögen in Form von versteckten Gebühren und Provisionen dort, wo die Sonne nicht hinscheint. Das kostet! Deutschlands Sparer sollten sich also lieber eine Mondfinsternis ansehen als die bunten Prospekte der Investmentfonds. Auf vernünftige Investmentvehikel muss man dabei nicht verzichten: Es gibt preiswerte, renditestarke Indexfonds ohne aktives Management, die sogar von Astronomen gekauft werden. Die können nämlich rechnen.
"Auf einen Kaffee mit Karl Matthäus Schmidt" ist ein wöchentlicher Gastkommentar in der Welt am Sonntag.