Karl Matthäus Schmidt im Interview: Bis 2014 wollen wir 20.000 Mandanten gewinnen
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Die quirin bank schreibt schwarze Zahlen. Nach fünf Jahren intensiver Aufbauarbeit hat Deutschlands erste Honorarberaterbank zum 31. Dezember 2010 erstmals einen Jahresüberschuss von einer halben Million Euro erzielt. Die Bank hat damit das erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer jungen Firmengeschichte hinter sich gebracht. Im Interview spricht Karl Matthäus Schmidt, Gründer und Vorstandssprecher der quirin bank, über den Erfolg der Honorarberatung im Finanzmarkt, die guten Geschäftszahlen und die Pläne, künftig noch stärker das Qualitätsmanagement auszubauen.
Herr Schmidt, was hat sich nach der Finanzkrise am deutschen Bankenmarkt getan?
Nicht genug. Knapp ein Jahr nach der letzten Untersuchung hat die Zeitschrift Finanztest im August 2010 im Auftrag der Stiftung Warentest erneut Testkunden in die Filialen von 14 Großbanken geschickt. Das Fazit: Die Beratung der Banken ist auch zwei Jahre nach der Finanzkrise immer noch schlecht. In der Praxis findet nach wie vor ein produktorientierter Verkauf von komplexen Finanzanlagen statt. Warum? Weil Komplexität erlaubt, Kosten zu verteilen und zu verstecken. Individuelle Beratung und Aufklärung: Fehlanzeige.
Warum tun sich so viele Banken so schwer mit der Honorarberatung?
Zum einen ist das Thema noch nicht in den Köpfen der Verbraucher angekommen. Selbst der Chef einer Großbank sagte einmal ganz deutlich: „Solange Kunden nicht bereit sind, für qualifizierte Beratung zu bezahlen, werden sie auf Dauer auch keine hohe Qualität bekommen.“ Zum anderen haben die Banken offenbar aus der Finanzmarktkrise nichts gelernt. Die Devise lautet auch weiterhin: Am Privatkunden muss mehr Geld verdient werden. Die Mittel: Hohe Gebühren und Provisionen.
Warum ist das Geschäftsmodell der quirin bank besser?
Die Honorarberatung ist das richtige Konzept zur richtigen Zeit. An den Gründen dafür hat sich nichts geändert: Nur die Honorarberatung bietet ein Geschäftsmodell, das frei von Interessenkonflikten ist. Wir beraten gegen offenes Honorar, statt Provisionen zu verstecken. Wir zahlen alle Rückvergütungen der Produkthersteller an unsere Mandanten aus.
Wir verkaufen keine hauseigenen Produkte. Wir beraten unabhängig und transparent. Und wir bieten kostengünstige Produkte im Interesse des Mandanten.
Was hat die quirin bank in den vergangenen Jahren geleistet?
Wir betreuen momentan in der Honorarberatung über 8.152 Mandanten (Stand Mai 2011), die uns insgesamt über 2,2 Milliarden Euro anvertraut haben. Gut 2.000 Bankkunden haben uns in einer Umfrage von WhoFinance.de zu den besten deutschen Banken gezählt. Diesem alles in allem positiven Ergebnis ging eine Phase des Aufbaus und kontinuierlichen Wachstums voraus. So konnten wir die Zahlen seit Dezember 2006 von 700 auf 7.487 Mandanten zum 31. Dezember 2010 mehr als verzehnfachen. Das betreute Vermögen vervierfachte sich im gleichen Zeitraum von 0,5 Milliarden Euro auf 2,0 Milliarden. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 wurden Nettomittelzuflüsse von 533 Millionen Euro realisiert. Das sind knapp 60 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Geschäftsbereich Private Banking mit der Honorarberatung hat im 4. Quartal 2010 einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet. Damit ist die Bank in die Gewinnzone eingetreten.
Wo geht die Reise hin?
Die positive Entwicklung der Mandantenzahlen setzt sich auch in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres 2011 fort. Wir haben die Start-up- und Gründungsphase hinter uns gebracht und starten nun in die Phase zwei, die ich als Exzellenzphase bezeichnen möchte.
Wofür steht der Exzellenzbegriff?
In dieser Phase stehen unser weiteres Wachstum, die Erhöhung der Qualität unserer bankinternen Prozesse und weitere Innovationen im Vordergrund. Bis Ende 2014 wollen wir 20.000 Mandanten gewonnen haben. Dem Auf- und Ausbau unseres Qualitätsmanagements kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Wir haben den Bereich entsprechend personell verstärkt und fokussieren uns darauf, unsere bankinternen Prozesse noch effizienter zu machen und insbesondere für unsere Mandanten attraktiv zu gestalten. Investitionen in unser weiteres Wachstum stehen auch in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda. So werden wir in diesem Jahr am Standort Wuppertal eine weitere Niederlassung eröffnen und bundesweit weitere Berater für die Honorarberatung gewinnen.