Garantieprodukte: Viele Kosten sind versteckt und vermeidbar
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In Zeiten von Kurseinbrüchen und Marktschwankungen haben Garantieprodukte eine magische Wirkung auf Verbraucher, die ihr Vermögen schützen wollen. Denn dieser Anlagetyp verspricht ganz offensichtlich Sicherheit in unsicheren Zeiten. Allerdings sind die Garantieprodukte teuer und – wie bei dieser Empfehlung der HypoVereinsbank (HVB) – vor allem für die Bank eine sichere Sache.
Noch bis zum 7. Oktober 2011 können Kunden der HVB ein sogenanntes „Attraktives Vermögensmanagement mit 100 % Kapitalschutz“ in Anspruch nehmen. Dann endet die Zeichnungsfrist für die Garantieanleihe „HVB Vermögensdepot Wachstum Flex Index“ (WKN A1KQJ5). Dieser bildet die Entwicklung des hauseigenen Dachfonds „HVB Vermögensdepot privat Wachstum“ (WKN HV3VDC) und des Rentenfonds „Pioneer S.F. – Euro Curve 1-3 year“ (WKN A0MJ5W) ab. Die Schlüsselwörter auf der Homepage sind in diesen turbulenten Zeiten gut platziert: „entspannt“, „beruhigend“, „attraktiv“.
Wenn man das Produkt mit den Bandwurmbezeichnungen aber genauer betrachtet, kann sich vor allem die Bank „einfach zurücklehnen und Portfoliomanager und Kapital für sich arbeiten lassen“.
Neben dem Ausgabeaufschlag von 3,5 Prozent pro Anleihe kommen noch weitere nicht sofort ersichtliche Provisionen und Gebühren hinzu: Eine Bestandsprovision in Höhe von 1,4 Prozent pro Jahr sowie eine Strukturierungsgebühr in Höhe von 1,1 Prozent pro Jahr, die zur Finanzierung des Kapitalschutzes aufgewendet werden. Bislang noch nicht berücksichtigt sind die Kosten für die Basiswerte. So belastet der HVB-Dachfonds den Kunden mit zusätzlichen Managementgebühren in Höhe von 2,38 Prozent pro Jahr, der Pioneer-Rentenfonds mit jährlichen Gebühren in Höhe von 0,99 Prozent. Über die Gesamtlaufzeit entstehen dem Kunden somit Kosten zwischen 20 und 25 Prozent.
Teure und komplexe Garantieprodukte wie diese HVB-Anleihe sind ein beliebtes Einnahmeninstrument für provisionsgetriebene Banken – und die Verbraucher sind häufig ahnungslos. „Wir sprechen mit vielen Anlegern, die von anderen Banken komplexe Produkte wie diese Garantieanleihe empfohlen bekommen“, so Michael Kling, Honorarberater der quirin bank in Köln. „Die Verkaufsstorys der Banker zu diesen Investments hören sich für den Anleger zunächst interessant an. Allen gemein ist jedoch: Wenn man sie näher untersucht, stößt man auf hohe Kosten – und die gehen zu Lasten des Kunden.“
Das Handelsblatt berichtet von einem ähnlichen Beispiel. Hier hatte das Depot einer älteren Dame einer Volksbank über Jahre satte Gebühreneinnahmen beschert. Nach ihrem Tod staunten die Kinder, was sich im Depot alles fand. Von einer „Alpha Express Anleihe“ der Citibank bis zum „UniGarant: Dividendenstars“ lagen da nahezu ausschließlich Garantieprodukte. Doch viel herumgekommen ist bei der komplexen Depotstruktur nicht. Das Handelsblatt rechnet vor: „Etwas über 206.000 Euro hatte die Dame in den letzten sieben Jahren portionsweise neu investiert, daraus sind inzwischen inklusive Zinsen 207.400 Euro geworden. Ein halbes Prozent Plus über sieben Jahre ... Hätte sie ihr Geld zum jeweiligen Anlagetermin und jeweils üblichen Zins fünf Jahre als Festgeld angelegt, hätte sie 20.900 Euro Zinsen verdient. Und weil sie ja noch Gebühren gespart hätte, wären aus ihrem Vermögen 230.000 Euro geworden.“
Laut Bundesverband der Verbraucherzentralen nimmt diese Form der „Beratung“ bei Banken und Sparkassen zu. Hier wird mit der Angst der Kunden Geld verdient. Hinzu kommt, dass bei einer ungünstigen Wertentwicklung auch Garantiefonds leichte Verluste machen können. Eine geschickte Depot-Zusammensetzung kann dagegen viel Geld sparen und auch in schwierigen Zeiten Rendite erwirtschaften.
Wenn Sie Fragen zu Garantieprodukten haben, eine Beispielrechnung wünschen oder eine unabhängige Vermögensberatung, dann kontaktieren Sie einen Honorarberater der quirin bank. Sie erreichen uns auch per E-Mail unter
oder unter der kostenfreien Hotline: 0800/0 80 40 100.