Verbraucherschützer: Banken verheimlichen Provisionen
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Die Banken haben aus der Krise offenbar nichts gelernt. Statt in der Finanzkrise verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, verunsichern die Institute die Verbraucher mit versteckten Provisionen und Gebühren. Selbst auf Nachfrage verweigert über die Hälfte der Banken die Auskunft zu Provisionen ganz oder teilweise. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung der Verbraucherzentralen.
Die Verbraucherzentralen hatten im April 2011 private Anleger aufgerufen, ihre Banken und Sparkassen um eine Auflistung der Provisionen zu bitten, die sie für konkrete Anlageempfehlungen erhalten haben. Die Untersuchung sollte dazu beitragen, die versteckten Anreize im Vertrieb von Finanzprodukten für Verbraucher transparent zu machen.
Auf 280 Kundenanfragen reagierten nur 172 Banken und Sparkassen. Nur vier Geldinstitute legten die Vergütungen in klarer, verständlicher und eindeutiger Weise offen, das heißt in Euro und Cent, aufgegliedert nach einzelnen Wertpapieren und Kalenderjahren. „Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“, kritisiert Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv).
Mit der Ablehnung und unzureichenden Offenlegung verstoßen die Geldinstitute zudem gegen geltendes Recht. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte am 2006 im Bezug auf Kommissionsgeschäfte geurteilt, dass Verbraucher erfahren müssen, welche Vergütungen Banken für eine Finanzvermittlung erhalten. Nur so können die Kunden einschätzen, wie groß das Eigeninteresse ihrer Bank an einer konkreten Anlageempfehlung ist.
„Das Spiel mit verdeckten Karten muss endlich ein Ende haben“, sagt Billen und fordert eine Sonderprüfung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): „Die BaFin muss sicherstellen, dass sich die Banken an Recht und Gesetz halten.“ Außerdem ist der Gesetzgeber gefordert. Laut vbvz müsse eine klare und einheitliche Regelung zur Offenlegung von Provisionen und sonstigen Vertriebsanreizen getroffen werden, damit Verbraucher den wahren Preis von vermeintlich kostenlosen Finanzberatungen erkennen können.
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